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ARTE regelt das!

Fernsehjournalismus im interkulturellen Spannungsfeld

Wie der paneuropäische Kulturkanal ARTE nicht nur für unglaublich unterhaltsame Formate sorgt, sondern auch zur Völkerverständigung beiträgt.

ARTE ist aufgrund seiner Konstitution einzigartig in der deutschen Medienlandschaft. Denn wie das Adjektiv „paneuropäisch“ schon vermuten lässt, überwindet der Fernsehsender kulturelle Grenzen und vereint länderspezifische Standards. Aber wie funktioniert das?

Fernsehjournalismus in Europa

Seit seiner Entstehung (mehr zur Geschichte des Fernsehkanals hier!) befindet sich ARTE – mit seinen deutschen und französischen Mitgliedern – in einem Spannungsfeld, das nicht nur von verschiedenen Kulturen sondern auch unterschiedlichen Medienstrukturen geprägt ist. Denn Form und Funktionen des Fernsehjournalismus unterscheiden sich in Europa.

In Frankreich herrscht die Auffassung von Rundfunk als einem Instrument staatlicher Informations- und Kulturpolitik vor. ARTE wird als Teil der auswärtigen Kulturpolitik gesehen, die zum Ziel hat, die französische Kultur und deren Werte zu verbreiten.
Diesem institutionell geprägten Verständnis, als einen kulturellen aber auch politischen Sender, steht die deutsche Auffassung gegenüber, den Fernsehkanal eher als Forum des interkulturellen Dialogs zu verstehen, mit dem vor allem europäische Werte und Sichtweisen vermittelt werden sollen.

Auch das Selbstverständnis deutscher Autoren, Produzenten und Journalisten, und damit Stil und Form von Moderation und Präsentation, unterscheidet sich von dem des französischen Partners.

Darüber hinaus gibt es aufgrund der nationalkulturellen Sehgewohnheiten Unterschiede in den Programmstrukturen. Während in Frankreich beispielsweise das Abendprogramm erst gegen 20:45 Uhr nach den Nachrichtenjournalen der nationalen Hauptprogramme beginnt, startet in Deutschland die sogenannte Primetime bereits um 20:15 Uhr.

Das verbindende Moment

Trotz dieser unterschiedlichen, national geprägten Auffassungen, schafft es der Kanal ARTE, die verschiedenen Mediensysteme und Kulturen miteinander in Einklang zu bringen und damit ein europäisches Publikum anzusprechen. Die Produzenten haben erkannt, dass sich gegensätzliche kulturelle Elemente nicht ausschließen müssen. Das Spannungsverhältnis innerhalb der Strukturen von ARTE führt zu einem dynamischen Prozess, aus dem neue interkulturelle Elemente entstehen. So schafft es der Fernsehsender ARTE als Vermittler zwischen deutscher und französischer Kultur zu fungieren.

Denn beide Partner teilen dieselbe Grundauffassung und unterscheiden sich somit sowohl in Deutschland als auch in Frankreich von den einheimischen Programmverantwortlichen: Während diese die jeweils nationale Perspektive in den Fokus rücken, bevorzugt der interkulturelle Sender einen multiperspektivischen Blick auf Ereignisse oder Entwicklungen. Autoren, Regisseure und Produzenten aus anderen Ländern sollen mit ihren eigenen Worten und Bildern ihre jeweiligen Lebensverhältnisse beleuchten oder ihre Geschichten erzählen. So ist ARTE bemüht, in seinen Programmen die unterschiedlichen Identitäten zu wahren, zu zeigen, in Kontrast zu setzen und Europa in all seinen Facetten zu beleuchten. Der Zuschauer soll in die Lage versetzt werden, sich kritisch mit europäischen Themen auseinanderzusetzen und seine nationale Sichtweise zu erweitern.

Unabhängig davon wo ein Programm entsteht wird außerdem immer auf Deutsch und Französisch – jeweils mit der anderen Sprache untertitelt – ausgestrahlt. Das deutsche Programm kann über Osteuropa bis nach Südkorea empfangen werden, während das französische Programm über den Mittelmeerraum bis nach Nordafrika gesendet wird.

ARTE ist lit!

ARTE schraubt übrigens seit Jahren erfolgreich an seinem angestaubten Image und bietet auch für jüngeres Publikum ein sehr empfehlenswertes Kulturprogramm! Wenn du jetzt also neugierig geworden bist und mehr über die Formate von ARTE erfahren möchtest, schau doch mal hier!

LOVE: J.

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