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Faust – 185. Todestag von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe ist einer der bedeutendsten deutschen Literaten. Anlässlich des 185. Todestages, nachstehend ein kleiner Reminder zu seinem wohl größten Werk.

Goethes Faust ist nicht nur Stoff des Schulunterrichts, sondern gehört für die meisten von uns zur gesunden Allgemeinbildung. Aber mal ehrlich, wer erinnert sich spontan noch an „Der Tragödie erster Teil“?
Für alle, die ihrer Erinnerung mal wieder ein bisschen auf die Sprünge helfen wollen…

Die historische Figur des Faust

Zu der, in den Zeiten der Renaissance lebenden, Person Faust gibt es nur wenig Informationen. Aus den erhaltenen Quellen gehen widersprüchliche Aussagen hervor. Als gesichert gilt, dass Faust um etwa 1480, als Georg Faust, geboren wurde. Der genaue Geburtsort ist umstritten. Am wahrscheinlichsten ist jedoch das baden-württembergische Knittlingen im Kraichgau. Fausts Tod wird auf das Jahr 1540/41 datiert. Er soll bei dem Versuch Gold herzustellen verunfallt sein. Sein Leichnam wurde in grässlich deformiertem Zustand vorgefunden. Man schloss daraus, dass der Teufel höchstpersönlich sich seiner Seele bemächtigt hatte.

Über Fausts Wirken existieren nur wenige gesicherte Erkenntnisse. Belegt ist ein Aufenthalt im Jahre 1506 in Gelnhausen, als Vorführer magischer Kunststücke und Horoskopsteller. In den folgenden 30 Jahren erschien Faust in vielen Städten im süddeutschen Raum. Er trat auf als Arzt, Doktor der Philosophie, Wunderheiler, Alchemist und Wahrsager in einer Person.
Viele sahen in ihm allerdings nur einen Betrüger und Hochstapler. Besondere Anfeindung erfuhr er von der Kirche, die ihn als Verbündeter des Teufels und Gotteslästerer bezeichnete. Es gibt allerdings auch Zeitdokumente, in denen Faust positiv dargestellt wird. Beispielsweise beschrieb ihn ein Tübinger Professor 1536 als einen ernstzunehmenden Sternendeuter. Der Wormser Stadtarzt äußerte sich 1539 zu Fausts großen Kenntnissen der Arzneikunst

Die literarische Figur des Faust

Die Sage des Doktor Faust erzählt von einem jungen Mann namens Johann Faust, der einen Bund mit dem Teufel Mephisto abschließt. Die Vereinbarung: Der Teufel wird Faust 24 Jahre lang dienen, ihm zu Ruhm und Ehre verhelfen, dafür bekommt er nach Ablauf der Zeit seine Seele. Der Packt wird geschlossen und mit dem Blut des Faust besiegelt. Und Mephisto hält sein Versprechen. Schon bald ist der junge Faust in allen Landen bekannt. So vergehen die Jahre und bald ist seine Zeit gekommen. Einen Tag bevor Mephisto seine Seele bekommen soll, berichtet Faust ein paar Studenten von seinem verhängnisvollen Bund mit dem Teufel. Die jungen Leute sollen aus seinem Fehler fürs Leben lernen und ihre Lehren daraus ziehen. Doch sie nehmen Faust nicht ernst, bis der Teufel ihn tatsächlich holt.

Goethe beschäftigte sich fast 60 Jahre lag mit dem Faust-Stoff. Er stellte Faust als Renaissancemenschen und Humanisten dar, als einen modernen Intellektuellen, der sich aus kirchlicher Bevormundung befreit hat. Seine Arbeit wurde 1806 vorläufig beendet. Der Veröffentlichung von 1808 folgte 1828/29 die überarbeitete Fassung. Dem vorangegangen war 1790 der Teildruck Faust, der so genannte Urfaust.

Der Urfaust

Unter dem Begriff „Urfaust“ versteht man Goethes ersten Entwurf für sein Literaturwerk. Er entstand in den Jahren zwischen 1772 und 1775, parallel mit „Die Leiden des jungen Werthers“, in Frankfurt am Main und wurde erstmals 1790 veröffentlicht.
Goethes Arbeitsprozess am Urfaust ist nicht mehr zu rekonstruieren. Auslöser für die Entwicklung des Urfausts war jedoch sicher die Verurteilung und Hinrichtung der Kindesmörderin Susanna Margaretha Brandt, die behauptet hatte vom Teufel besessen gewesen zu sein. Da nach seinem Tod im Wohnhaus zahlreiche Abschriften von Prozessakten gefunden wurden, wird vermutet, dass Goethe den gesamten Prozess verfolgte.
Es existiert nur eine Abschrift des Urfaust von Hoffräulein Luise von Göchhausen. Diese enthält bereits einige Szenen, die später von Goethe in Faust 1 und 2 verarbeitet wurden. Ein wesentlicher Unterschied zu den danach entstandenen Werken ist die literarische Gattung. Während der Urfaust über lange Passagen in Prosa verfasst ist, findet sich diese Textform in Faust 1 nur noch in der Szene „Trüber Tag. Feld“. Das Werk ist fast ausschließlich in Versform verfasst.

Bis heute erschienen mehrere hundert Werke, die sich mit dem Leben des Faust befassen.

Interessant ist, dass sich die charakteristischen Elementen des Faust-Stoffs in den unterschiedlichen Darstellungen der verschiedenen Zeitepochen und Schrifsteller immer wieder finden. So zum Beispiel der Teufelspakt oder Fausts Erkenntnisstreben, obgleich sich die Darstellung der Figur, über Faust als Scharlatan im Mittelalter, bis hin zu einem Gelehrten der Neuzeit, unterscheidet.

Quelle: http://anthrowiki.at/Johann_Faust

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