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Geschichte des interkulturellen Fernsehens in Deutschland

Das Thema der Interkulturalität stößt auf immer größeres Interesse, sowohl auf Seiten der Medienproduzenten als auch -rezipienten.

1980er Jahre

Im deutschsprachigen Raum wurde erstmals Mitte der 1980er Jahre festgestellt, dass auch andere Kulturen im Fernsehen zunehmend präsentiert werden. Doch mit knapp 5% der Sendezeit, bei insgesamt 460 Programmstunden, war der Anteil am Gesamtprogramm noch sehr gering.

1990er Jahre

Erst seit Mitte der 1990er Jahre waren fremde Kulturen Gegenstand einer größeren Aufmerksamkeit im Fernsehen. Inhaltlich handelte es sich bei den Beiträgen streng genommen jedoch meist nicht um interkulturelle Fernsehformate, sondern um ereignisbezogene und aktuelle Berichterstattung. Ein Grund hierfür könnte die mangelnde ethnische Vielfalt in der Medienproduktion gewesen sein. Diese führte lange Zeit zu unausgewogener medialer Präsenz anderer Kulturen im deutschen Fernsehen.
Allerdings wurden keine repräsentativen Studien zur ethnischen Vielfalt unter Journalisten oder Medienschaffenden im Allgemeinen durchgeführt. Auffällig ist jedoch, dass Angehörige anderer Kulturen, und damit ihre spezifischen Perspektiven, in der deutschen Medienlandschaft noch bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts stark unterrepräsentiert waren.

Doch lassen sich erste Tendenzen einer facettenreicheren Darstellung bereits erkennen. Vor allem öffentlich-rechtliche Sender beginnen damit, ihren Sendeumfang um Angebote aus diesem Bereich zu erweitern.

Studie aus dem Jahr 1999

Im Jahr 1999 veröffentlichte die ARD eine zweiteilige Studie, welche die kulturellen Leistungen des öffentlich-rechtlichen Hörfunks und Fernsehens analysieren und den Angeboten kommerzieller Veranstalter gegenüberstellen sollte.
Zum einen wurden das kulturelle Angebot der Rundfunkprogramme nach Umfang und Genres sowie die Nutzerpotentiale dargestellt.
Zum anderen die Auswertung einer repräsentativen Befragung der Bevölkerung ab 14 Jahre. Diese wurden zu ihren Interessen an kulturellen Genres in Hörfunk und Fernsehen, deren Bewertung sowie zum Image und zur Kompetenz der einzelnen Sender als Kulturanbieter befragt.

Die Ergebnisse zeigten, dass Formate zu Themen rund um Kultur fast ausschließlich bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu finden waren. Private Sender deckten diesen Bereich nur in sehr geringem Umfang ab – fast ausschließlich in den Programmfenstern, in denen sie für die Ausstrahlung von Produktionen unabhängiger Programmanbieter verpflichtet sind. Denn nach dem Rundfunkstaatsvertrag müssen Privatsender ab einem Marktanteil von 10% Sendezeit an unabhängige Dritte abtreten.

 

21. Jahrhundert

Anfang des 21. Jahrhunderts entwickelt sich somit vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht nur zu einem Produzenten, sondern auch zum Vermittler von Kultur. Die bereits 1986 im Grundversorgungsauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk formulierte kulturelle Verantwortung („Die Grundversorgung umfasst die essentiellen Funktionen des Rundfunks für die demokratische Ordnung ebenso wie für das kulturelle Leben in der Bundesrepublik. Darin finden der öffentlich-rechtliche Rundfunk und seine besondere Eigenart ihre Rechtfertigung.“ vgl. ARD online – Grundversorgung, o. A.) drang immer mehr in das Bewusstsein der Medienschaffenden. Entsprechend der steigenden Aufmerksamkeit entwickelten Produzenten vielfältige Programminhalte zu kulturellen Themen.

 

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