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Interkulturelle Lernprozesse mittels Medien

Medien spielen eine wichtige Rolle bei der interkulturellen Kommunikation in modernen Gesellschaften.

Je größer die Distanz zwischen Eigen- und Fremdkultur ist, desto geringer sind meist die Überschneidungssituationen. Neben persönlichen oder beruflichen Kontakten zu Menschen anderer Herkunft, wird das Wissen über fremde Kulturen unter anderem aus Hörfunk und Fernsehen bezogen. So kann sich die Ausbildung interkultureller Kompetenzen nicht nur in der direkten Interaktion, sondern auch mittels der Medien vollziehen. Spezifische Fernsehformate können hier als Instrument zur Vermittlung dienen und Lernprozesse beim Rezipienten anregen.

Drei Aspekte interkultureller Kompetenz

Es lassen sich drei Aspekte interkultureller Kompetenz unterscheiden, die übergreifend auch als interkulturelle Handlungskompetenz bezeichnet werden.

  • Verhaltenskompetenz: beinhaltet das Wissen über Interaktionsnormen, Werte und Mentalitäten, also das Bewusstsein über kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten
  • Kommunikationskompetenz: umfasst neben Fremdsprachenkenntnissen auch Gestik, Mimik oder Intonation und Sprechrhythmus
  • Verstehenskompetenz: betrifft die Fähigkeit, Symbole anderer Kulturen zu lesen, zu verstehen und zu interpretieren

Unter interkulturellen Lernprozessen wird die Aneignung dieser Kompetenzen verstanden.

Interkulturelle Lernprozesse

Dieser Lernprozess findet statt, wenn die Bereitschaft besteht andere Kulturen mit ihrem spezifischen semantischen Inventar zu verstehen und Elemente dieser in das eigene Inventar aufzunehmen.
Dabei vollzieht sich die Aneignung genannter Kompetenzen in unterschiedlichen Phasen, die den Erfahrungsgrad kultureller Unterschiede und deren Auswirkung auf das Ausmaß interkultureller Sensibilität sowie die Interaktionsfähigkeit widerspiegeln.

  1. Entwicklung eines kulturellen Bewusstseins und einer Sensibilität gegenüber anderen Kulturen
  2. Aneignung von Wissen über Eigen- und Fremdkultur
  3. Fähigkeit des interkulturellen Handelns

Der sprachliche Aspekt

Natürlich darf der sprachliche Aspekt bei den Überlegungen zu interkulturellen Lernprozessen nicht außer Acht gelassen werden. So wird davon ausgegangen, dass ausgeprägte Sprachkenntnisse auch ein höheres Kulturbewusstsein fördern. Voraussetzung für adäquates Handeln sind dennoch interkulturelle Kompetenzen, die neben der verbalen Ebene – also der Fremdsprachenkenntnisse – auch eine nonverbale Ebene umfassen. Diese beinhaltet das Wissen über Verhaltens- und Kommunikationsmuster anderer Kulturen.

Spezifische Fernsehformate können einen Beitrag leisten

Im Hinblick auf den Erwerb interkultureller Handlungskompetenz können spezifische Fernsehformate einen Beitrag leisten, denn die Aneignung dieser Kompetenzen vollzieht sich in Überschneidungssituationen, die hier provoziert werden. Der Perspektivenwechsel verlangt sowohl Produzenten als auch Rezipienten ab, auf die eigene Sichtweise zu verzichten und sich etwas Neuem zu öffnen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gilt in Deutschland als wichtiges Medium im Bereich der interkulturellen Kommunikation. So nimmt vor allem das Fernsehen die Aufgabe wahr, in einem großen Rezipientenkreis einen Beitrag für die Verbreitung von Informationen und Bildern über andere Kulturen zu leisten.

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