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Das Kulturprogramm von ARTE

ARTE biete ein langweiliges Fernsehprogramm für Senioren? Stimmt nicht, denn der Kulturkanal hat sich bereits 2011 neu ausgerichtet und spricht seit dem auch vor allem jüngeres Publikum an!

Nach dem 20-jährigen Bestehen des Kulturkanals im Jahr 2011, hat sich die ARTE Redaktion dazu entschieden, Ziele und Entwicklung des Senders neu zu überdenken. Als Ergebnis wurde ein übersichtlicheres und attraktiveres Programmschema präsentiert, das weiterhin die Vermittlung von Kultur und den Blick auf die Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven zum Motiv hat. Aber es wurde auch kräftig „entstaubt“.

Laufen auf ARTE nicht nur Dokumentationen?

Zweifelsohne liegt ein Programmschwerpunkt auf Dokumentationen und Dokumentarfilmen. Diese Formate sind ein wichtiges Standbein von ARTE, denn sie dienen dem Zweck des Senders: der Kulturvermittlung. Sie bieten dem Zuschauer die Möglichkeit der Beobachtung und Begegnung mit Menschen unterschiedlichster Kulturen, ohne mit diesen in direkte Interaktion zu treten. Mein Tipp ist hier die Rubrik ARTE Creative, wo neben Dokus rund um die Pop Kultur auch junge innovative Ideen aus Fernsehen und Internet einen Sendeplatz finden.

Von den Anfängen im New York der 70er bis zum Ausbruch des Lack-Virus‘ Mitte der 80er in Europa, The Rise of Graffiti Writing – From New York to Europe zeichnet die Dokuserie die Geschichte der Graffiti-Kultur nach.

Streetphilosophy bringt die wirklich wichtigen Fragen des Lebens dorthin zurück, wo sie entstehen: auf die Straße.

Außerdem hat sich der paneuropäischen Kanal auch das Recht auf Information auf die Fahne geschrieben. Nachrichten in Form von Sendungen wie ARTE Journal, oder Magazinen wie Mit offenen Karten und Metropolis berichten aus der ganzen Welt und werden in gleichen Anteilen in Deutschland und Frankreich produziert. Von Metropolis beispielsweise werden jährlich insgesamt 52 Ausgaben ausgestrahlt. 26 davon liefert das französische Mitglied LA SEPT, die andere Hälfte wird von den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF bezogen.

Aber nicht nur Nachrichten und Dokumentationen bilden Programmschwerpunkte. Das Konzept des Senders wird auch von ausgewählten Spiel- und Fernsehfilmen aus aller Welt getragen, oft auch originalvertont mit Untertitel. Der Rezipient soll durch einen anderen Blickwinkel für eine differenziertere Vorstellung verschiedener Kulturen sensibilisiert werden – fernab aller Stereotype.

Aber natürlich bedient der Sender auch weiterhin die Bedürfnisse aller Liebhaber der Hochkultur im klassischen Sinne. Ob Theater, Oper, Ballett oder Konzert, dem Zuschauer werden sämtliche darstellenden und musikalischen Künste geboten. Und auch hier lohnt sich für jüngeres Publikum immer mal ein Blick in das Konzert Archiv!

Ausgewählte Themenbereiche

Die überholte Programmstruktur ist nicht nur moderner und attracktiver, sondern erleichtert dem potenziellen Zuschauer auch einfach den Einstieg in das zuweilen durchaus anspruchsvolle Angebot des Senders. (Will ich ja gar nicht bestreiten.) Außerdem ist das Programm mittlerweile viel übersichtlicher.  An die Stelle von Einzelformaten tritt nun ein regelmäßiges Programm aus thematisch akzentuierten Formaten.

 

Am Wochenende ist das breite Angebot im Bereich Pop Kultur vor allem für das jüngere Publikum interessant. Ein sehr zu empfehendes Format ist hier „Durch die Nacht“. Für alle, die einmal im Monat Samstags zuhause bleiben.

Werktags ist das Tagesprogramm sehr regelmäßig strukturiert. Erst zur Primetime werden mit spezifischen Inhalten thematische Akzente gesetzt.
Montags werden vor allem Kinobegeisterte bei ARTE angesprochen. Hier werden am Abend Klassiker des europäischen und internationalen Films aller Genres, vom Western über Science-Fiction bis hin zu Horror, präsentiert. Das Format „Spätvorstellung“ widmet sich vor allem dem künstlerischen Dokumentarfilm. Einmal im Monat wird der Sendeplatz für besondere Opernabende und Theateraufführungen freigemacht.
Am Dienstagabend steht die Zeitgeschichte im Mittelpunkt. In „Thema am Dienstag“ befassen sich investigative Dokumentationen mit aktuellen gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Ereignissen. Unterschiedliche Perspektiven von Deutschen und Franzosen sollen in diesem Rahmen medial so aufbereitet werden, dass der Rezipient in die Lage versetzt wird, sich ganz neu mit Themen beider Länder auseinanderzusetzen, seine gewohnten Sehmuster zu hinterfragen und damit auch gewohnte Erklärungsmuster und Verhaltensweisen in Frage zu stellen. Im Anschluss werden dem Zuschauer, mit den Formaten „Geschichte“ und „Geopolitik“, Themen aus Wirtschafts-, Sozial- und Politikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts präsentiert.
Mittwochs zeigt ARTE im Abendprogramm aktuelle Kino- und Dokumentarfilme aus aller Welt. Sie geben dem Rezipienten die Möglichkeit, aus verschiedensten Perspektiven einen Blick auf vermeintlich Bekanntes zu werfen und somit seinen kulturellen Erfahrungshorizont zu erweitern. Formate wie „Kulturdokumentation“ und „Kino Entdeckung“ präsentieren kaum bekannte innovative Produktionen.
Am Donnerstagabend werden Fernsehserien grundsätzlich als Doppelfolgen ausgestrahlt. Nicht nur internationale Erfolgs- sondern auch Neuproduktionen finden hier Raum. Im Spätabendprogramm geben die Formate „Wissenschaft“ und „Gesellschaft“ Einblicke in die unterschiedlichsten Bereiche und Alltagssituationen.
Freitags bietet das Abendprogramm dem Zuschauer zum einen die besten Fernsehfilme, nicht nur aus Deutschland und Frankreich, und zum anderen Fernsehfilme für das jüngere Publikum. Das Format „Kurzschluss“ präsentiert darauf folgend die neusten Kurzfilme.

ARTE ist heute ein wichtiger Bestandteil der europäischen Medienlandschaft

Der Kulturkanal ARTE ist heute ein wichtiger Bestandteil der europäischen Medienlandschaft und zeigt täglich, dass es möglich ist, auch im Fernsehen die Grenzen nationaler Perspektiven zu überwinden. Ziel des Senders ist es, Programme zu produzieren und zu senden, die bei den Zuschauern das Interesse an anderen Kulturen und Lebensformen wecken. Darüber hinaus informiert ARTE über wichtige politische Ereignisse und spiegelt die gesellschaftlichen Entwicklungen in den Ländern Europas und der Welt wider.

ARTE schafft Überschneidungssituationen von Eigen- und Fremdkultur, um Rezipienten unterschiedlicher Herkunft für Toleranz und Akzeptanz gegenüber kultureller Vielfalt zu sensibilisieren.

 

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